Kleiner Kreuzer "Dresden" (II)
Dresden2.0023

Foto: Kleiner Kreuzer “Dresden” (II)

Allgemeine Daten:

Klassifizierung

Kleiner Kreuzer “Dresden”(II), Typschiff war die “Cölln” (II), weitere Schwesterschiffe: “Wiesbaden”(II), “Magdeburg”(II), “Leipzig”(II), “Rostock”(II), “Frauenlob”(II)

Stapellauf

25. April 1917

Indienststellung

28. März 1918

Bauwerft

Howaldtswerke Kiel

Verbleib

Selbstversenkt in Scapa Flow am 21. Juni 1919. Gesunken gegen 13.30 Uhr auf Pos. 58°52.98’ N / 03°18.37’ W in einer Wassertiefe v. 15 bis 36 m

Aktuelles

Das Schiffswrack des Kleinen Kreuzer “Dresden” (II) ist auf grund seiner Lage und Zustandes eines der favorisierten Tauchobjekte in Scapa Flow.

Taktisch-technische Daten:

Länge ü.a.

155,50 m (Länge in der CWL 149,80 m)

größte Breite

14,20 m

Tiefgang

6,01 m (Konstruktion) bis 6,43 m (Volldeplacement) 

Verdrängung

5620 t Konstruktionsdeplac. / 7486 t Volldeplacement

Antrieb:

 

Maschinenart

2 Sätze Marineturbinen mit 8 kohlebefeuerte und 6 ölbefeuerte Wasserrohrkessel

Maschinenleistung

max. 49428 PS auf 2 Schrauben (dreiflüglig - Durchmesser 3,5 m)

Geschwindigkeit

max. 27,8 kn

Aktionsradius

5400 sm bei 12 kn / max. 1000 t Kohle und 800 t Teeröl

Bewaffnung:

 

Hauptartillerie

8 x 15-cm-Schnellfeuerkanonen L/45

Nebenartillerie

3 x 8,8-cm-Flak L/45

Torpedobewaff-
nung

4 x 60-cm-Deckstorpedorohre

Minenkapazität

bis 200 Stück Ankertauberührungsminen

Besatzung

lt. Stellenplan 559 Mann (17 Offiziere, 542 Uffz. und Mannschaften)

Panzerung

Wasserliniengang 60 mm, Bugschutz 18 mm, Kommandoturm 100 mm, Kommandoschacht 50 mm, Panzerdeck 20 mm (über der Rudermaschinenanlage 40 mm), Schilde 50 mm, Munitionssülle 20 mm, Kollisionsschott 40 mm.

Schiffbau: Schiffbautechnisch geht die Planung der insgesamt 7 Ersatzkreuzer auf einen Amtsentwurf von 1914 zurück. Hierbei wurden insbesondere die Erkenntnisse während der Erprobung des Kleinen Kreuzer “Karlsruhe” berücksichtigt. Der Schiffskörper ist als Längsspanten-Bänder-Stahlbau ausgeführt. Das Schiff besitzt 26 wasserdichte Abteilungen und verfügt in ca. 45% über einen Doppelboden.

Kommandanten:

Korv.Kptn. Prinz Adalbert v. Preußen

von März bis November 1918

Kapitän zur See Kurt Franck

November 1918

Korv.Kptn. Bruno Glüer

November 1918

Korv.Kptn. Johann-Bernhard Mann

November bis Dezember 1918

Kptl. Ludwig Fabricius

Januar bis Juni 1919

Lebenslauf: Als am 28.03.1919 der Ersatz “Dresden” in Dienst gestellt wurde, war sie das letzte größere Schiff, dass zur Flotte der Kaiserlichen Marine stieß. Wegen sich verzögernden Ablaufes der weiteren Erprobungen, wurde der Kleine Kreuzer “Dresden” (II) erst im August 1918 in die II. Aufklärungsgruppe der Hochseeflotte eingegliedert. Der Kleine Kreuzer wurde noch im August zur Sicherung einer Minenlegunternehmung vor der Ems-Mündung eingesetzt. Während dieser Aufgabe erhielt er, wahrscheinlich von einem engl. U-Boot, einen Torpedotreffer. Infolgedessen ging die “Dresden” (II) in die Werft. Anfang November lag sie in Eckernförde und lief von dort nach Swinemünde, wo sie am 07. November 1919 außer Dienst gestellt wurde. Im gleichen Monat, am 18. wurde der Kleine Kreuzer “Dresden” (II) für die Überführung in engl. Internierung wieder in Dienst gestellt. Wegen eines Turbinenschadens mit der anschließenden Reparatur konnte das Schiff nicht mit dem ersten Internierungsverband nach Scapa Flow überführt werden. Mit dem zweiten Überführungsverband lief die “Dresden” (II) zu den Orkney’s und begab sich in Unterstellung des Internierungsverbandes unter Führung von Konteradmiral Reuter. Nachdem die Kriegssiegermächte der Entente den Kauf deutscher Kriegsschiffe aus dem Internierungsbestand abgelehnt hatten und die bedingungslose Übergabe der Schiffe an England erfolgen sollte, wurde die von den Schiffsoffizieren vorbereitete Selbstversenkung aller Kriegsschiffe des Internierungsverbandes durchgeführt. Am Sonnabend, dem 21. Juni 1919 gegen 10.00 Uhr gab Konteradmiral Reuter das Signal zur Selbstversenkung. Der Kleine Kreuzer “Dresden” (II) versank gegen 13.30 Uhr auf seiner Ankerposition, wie die meisten der ehemaligen Kriegsschiffe der Kaiserlichen Flotte. Heute ist das Wrack dieses Schiffes ein begehrtes, aber nicht ungefährliches Tauchobjekt, da bisher relativ wenig Ausrüstung und Bewaffnung heraufgeholt wurde. Einiges davon befindet sich in dem kleinem Wracktauchermuseum von Stromness, auch die geborgene Schiffsglocke des Kleinen Kreuzers “Dresden” (II).