Hilfsprojekt "Escuela - Dresden"

07.03.2010: Start des Hilfsprojektes “Escuela - Dresden”. Nach einer Kommunikation mit am Thema und dem Projekt interessierten Menschen, möchte ich die Laufendhaltung der Entwicklung dieses Hilfsprojektes auf der chilenischen Robinson-Crusoe-Inseln beginnen. Mit dem Sonderinformationsblatt und einen Brief an die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden leitete ich meine Aktivitäten ein. Ich hoffe auf die Hilfe aller Freunde.
Sobald ich Bilder vom Zustand auf der Insel habe, werden sie hier eingestellt. Inzwischen sind schon Informationen über die Lage in Chile von Pablo Buchholz und von Eckart Lux aus der Region Bio Bio eingetroffen. Mein Plan ist es, auf dieser Seite die anlaufende Spendenaktion zu kommunizieren, die Spender aufzulisten, wenn Sie es denn wünschen und über die Umsetzung des Hilfsprojektes zu berichten.

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Foto: Die kleine Schule mit dem Namen “Dresden” des Dorfes San Juan Bautista auf der Robinson-Insel vor der Zerstörung durch den Tsunamie

08.03.2010: Nachfolgend erste Bilder von der Robinson-Crusoe-Insel nach der schockierenden Zerstörung am 27.02.2010. Diese Bilder bekam ich von Hugo Scholz, der sie von Christoph Warweg aus Berlin erhielt. Inzwischen haben sich bereits Gerd Bürgel, Klaus Arne Pedersen gemeldet und Ideen beigetragen. Vielen Dank.

Juan Fernandez nach der Zerstrung I
Juan Fernandez nach der Zerstrung II
Juan Fernandez nach der Zerstrung iV
Juan Fernandez nach der Zewrstrung III

14.03.2010: Nach Gesprächen mit der chilenischen Botschaft in Berlin, vielen Freunden und Mitstreitern dieses Hilfsprojektes von Flensburg bis nach Santiago (Chile) und der heutigen Abstimmung kann das Hilfsprojekt anlaufen.
Konzept: Ziel des Projektes ist die Finanzierung und Errichtung eines Schulgebäudes auf der vom Tsunamie am 27.02.2010 heimgesuchten chilenischen Insel Robinson-Cruseo (Juan Fernandez) nach den Angaben der Vertreter der Kommune von San Juan Bautista. Für ein revisionsfähiges Spendenkonto ist es unabdinglich, einen Verein dafür zu benennen. Da wir noch keinen haben, gründen wir sofort einen Verein “Hilfsprojekt Juan Fernandez 2010 n.e.V.” Die an einer Mitgliedschaft interessierten Freunde bitte sofort melden. Jedes Mitglied erhält dann einen Aufnahmeantrag, eine Satzung und einen Wahlschein für die Vereinsführung. Ordentliche Mitglieder zahlen eine einmalige Aufnahmegebühr von 20,00 €, die sofort in das Spendenkonto überführt wird. Alle Tätigkeiten der Mitglieder für dieses Hilfsprojekt sind ehrenamtlich. Alle aktiven Teilnehmer an diesem Hilfsprojekt, ob zukünftige Vereinsmitglieder oder nur am Erfolg des Projektes interessierte Menschen können sich die einheitliche Spendenofferte mit Liste ausdrucken, vervielfältigen und die Spendensuche vorbereiten.
Die Realisierung des Projektes erfolgt in zwei Stufen:
1. Wir bringen in Erfahrung, ob die Kommune von San Juan Bautista ein derartiges Projekt wünscht, ob bereits Finanzierungszusagen dafür vorliegen, welches Grundstück die Kommune in welcher Größe und Baubeschaffenheit dafür zur Verfügung stellen kann. Benennung der kommunalen Kontaktperson für die Umsetzung des Projektes vor Ort, beispielsweise der Leiter der neuen Schule. Ständige Kommunikation mit dem Bürgermeister oder seinem Beauftragten. Erika und Günter Held werden diese Aufgabe dankenswerter Weise übernehmen.

Jetzt seid Ihr da draußen an den PC’s und Notebooks gefragt. Seid bitte Multiplikatoren des Vorhabens. Ich zähle auf Euch.

17.03.2010: Durch die Kommunikation mit der Gemeinde San Juan Bautista und deren Beauftragte, der Leiterin der zukünftigen Schule, sowie Hintergrundinformationen aus Santiago können wir unsere Anstrengungen im Rahmen dieses Hilfsprojektes besser fokussieren. Fest steht, dass wir auch bei bester Anstrengung ein erdbebensicheres Schulgebäude für ca. 140 Schüler mit 14 Schulräumen, einem Computerkabinett, einem naturwissenschaftlichen Lehrraum, Speisesaal, Küche, Büros und die dazugehörigen sanitären Einrichtungen nicht finanzieren können, denn das sind die Vorstellungen der Inselbewohner. Was wir aber schaffen sollten, ist es, finanzielle Mittel einzuwerben, um nach den Bedürfnissen der Schule Ausstattungen und Ausrüstungen, wie in etwa Schulmaterialien, Sportgeräte, PC-Zubehör, eine Schulapotheke und Mittel der Ersten Hilfe zu kaufen bzw. das Geld dafür bereitzustellen. Natürlich soll dies in enger Abstimmung mit der Schulleiterin erfolgen, zu der der Kontakt steht. Über Spendeneingänge, Verwendungen und den Fortgang des Hilfsprojektes wird weiter berichtet. Danke allen, die uns dabei schon tatkräftig geholfen haben.

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25.03.2010: Der Versuch, die Stadt Dresden zur Unterstützung ins Boot zu holen, schlug fehl. Ich erhielt heute die Mitteilung, dass sich die Stadt Dresden an derartigen Aktionen nicht beteiligen wird, obwohl sie sich bei der Hilfsaktion für Haiti engagiert haben. Seltsam. Dann müssen wir es tun! Bis demnächst.

Escuela Dresden Schild

02.04.2010: Es ist erstaunlich ruhig im deutschen Blätterwald, auch die anderen Medien hier in der Deutschen Republik nehmen offensichtlich die durch eine heftige Naturkatastrophe verwüsteten Regionen in der Republik Chile und die damit verbundenen Sorgen und Nöte der betroffenen Chilenen nicht wahr, oder wollen sie nicht wahrnehmen. Liegt es an der Entfernung oder gar am gegenwärtigen Kupferpreis?

07.04.2010: Dietrich aus Santiago hat neue Informationen zur Robinson-Insel geschickt. Hier ein Auszug:

“Das Erdbeben vom 27. Februar morgens 03.34 Uhr hatte die Insel Juan Fernández nicht berührt. Die durch das Beben verursachte Tsunami-Welle erreichte die Insel um 04.15  Uhr Ortszeit (08.15 UTC) in einer Höhe von ca. 10 m über Normal-Null in der Cumberland-Bucht (15 m an anderen Stellen) und zerstörte die Siedlung Juan Bautista vollständig, darunter 53 Wohnhäuser, die Gebäude der Gemeindeverwaltung, des Hafenkapitäns, die Schule, den Friedhof u.a.m. Sechzehn Personen verloren ihr Leben, acht werden noch vermisst, an die 400 Personen konnten dank der Geistesgegenwart eines 12-jährigen Mädchens (Martinna Maturana) gerettet werden, sie hatte das Ansteigen des Meeresspiegels beobachtet, war zur Plaza gelaufen und mit einer dort angebrachten Glocke Alarmsignal gegeben, bis ihr Vater kam und das Wasser beider Füsse erreichte. Das Signal hatte zwar nicht den für ein Seebeben vorgegebenen Vorschriften entsprochen, aber die Bevölkerung geweckt. Am gleichen Tage sandte die chilenische Marine zunächst einen Hubschrauber und danach ein Transportflugzeug, am folgenden Tag traf die Fregatte Condell mit Ärzten, Feuerwehrleuten, Polizisten und Marinepersonal ein. Die 400 Überlebenden wurden nach Valparaiso evakuiert. Ein Versorgungsschiff, das in der Cumberland-Bucht vor Anker lag, erlitt keinen Schaden. Eine Tsunami-Welle ist nicht mit einer Sturmwelle vergleichbar, das Meer zieht sich zunächst zurück und steigt dann langsam an, was auf hoher See in der Regel nicht einmal beobachtet wird. In Häfen, Buchten, Fjords usw. drängt sich die auflaufende Wassermenge zusammen, die so entstehende Welle kann ungeahnte Höhen erreichen und dadurch schwere Schäden an Land anrichten. Von einer Veränderung der Lage, einer Versetzung der Boje oder einer Beschädigung des Wracks des Kreuzers Dresden wurde bisher nichts bekannt, ist wohl auch kaum anzunehmen. Die Behörden und die chilenische Marine haben zur Zeit wohl andere Sorgen als sich um die Dresden zu kümmern. Der Friedhof soll – nach Meldung der chil. Tageszeitung El Mercurio - vollständig zerstört worden sein, demnach wäre also auch das Grab der dort beerdigten deutschen Seeleute verschwunden. Wie in den Tageszeitungen zu lesen war, wird sich die Gemeindeverwaltung von Lo Barnechea – wo wir wohnen – des Wiederaufbaus der Ortschaft Juan Bautista annehmen, bestimmt nicht am selben Ort, denn dann hätten wir ja das gleiche Theater ein paar Jahre später. Vielleicht könnte sich die Gruppe Dresden von Euch einer Neu-Errichtung des Grabmals annehmen ? Ich werde mich auch nach dem Zustand des deutschen Marine-Grabmals in Talcahuano erkundigen. Die Unterstützung der chil. Marine hätten wir auf jeden Fall, es käme wohl auch nur eine einfache, nicht kostspielige Ausführung in Frage.”

25.05.2010: Dietrich teilte uns mit, dass auf Juan Fernandez eine neue Schule in moderner Modulbauweise errichtet wurde. Noch sind nicht alle Bewohner auf die Insel zurückgekehrt, so dass der Schulbetrieb sicher noch nicht vollständig aufgenommen wurde. Leider trägt die Schule nicht mehr den Namen meiner Heimatstadt Dresden. Schade, aber nachvollziehbar für mich. Alles Weitere bitte unter “Aktuelles” nachlesen. Ich schließe damit diese Seite und lasse sie für alle weitere Interessenten bestehen.

Danke an Erika und Günter in Flensburg für die tolle Unterstützung bei der Kommunikation mit der Insel Juan Fernandez, Danke an Roland Benisch für seine sofortige Bereitschaft zur Mitarbeit an dem Hilfsprojekt, auch an Alex Schüssler, der in Santiago für uns unterwegs war und an die Initiative der Schule ”BSZ Agrar und Ernährung in Dresden”, die einen Kuchenbasar organisierten.

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