Seeschlacht vor den Falklands

Foto: Gemälde über das Anlaufen des dt. Kreuzergeschwaders an die Falkland-Inseln. “Gneisenau” und “Nürnberg” vorausdetachiert, “Scharnhorst”, “Leipzig” und “Dresden” laufen als Auffangstellung hinterher.

Am 8. Dezember 1914 kam es süd-östlich der Falkland-Inseln zu einer Seeschlacht zwischen dem dt. Kreuzergeschwader (Vizeadm. Graf v. Spee) und einem engl. Flottenverband (Vizeadm. Sturdee), in dem die dt. Panzerkreuzer “Scharnhorst”, “Gneisenau”, die Kleinen Kreuzer “Nürnberg” und “Leipzig” durch die engl. Kriegsschiffe versenkt wurden. “Dresden” gelang als einzigem Schiff die Flucht. Die Darstellung der Handlungen der “Dresden” kann der interessierte Leser wiederum im rekonstruierten Kriegstagebuch vom 8. Dezember 1914 nachvollziehen. Auch diese Seeschlacht, die für die gesamte Dauer des 1. Weltkrieges die uneingeschränkte Seeherrschaft der Entente im Bündnis mit den japanischen Seestreitkräften im Pazific und dem Südatlantik wiederherstellte, ist in den Publikationen weltweit ausreichend und erschöpfend diskutiert und dargestellt. Natürlich gibt es immer wieder Details, die neu erörtert werden, insbesondere solche, die mit den Interpretationen der Entschlüsse der Führer der Geschwader im Zusammenhang stehen. So kann über das Verhältnis von Churchill und Fisher gegenüber Sturdee viel erzählt werden oder über die Mahnungen einiger Kommandanten der dt. Schiffe, insbesondere KzS Maerkers von der “Gneisenau”, gegenüber ihrem Führer v. Spee oder was in etwa Tirpitz zu der “Falklandunternehmung” des dt. Geschwaderchefs meinte. Fakt ist, dass die in den Südatlantik gesandten modernen engl. Schlachtkreuzer “Inflexible” und “Invincible” vollkommen ausreichend waren, um alle dort vorhandenen und fassbaren dt. Kriegsschiffe auf den Meeresgrund zu schicken. Mit einer höheren Geschwindikeit von mindestens 3 kn und einer artilleristischen Reichweitenüberlegenheit von ca. 3500 - 4000 m konnten diese beiden engl. Schlachtkreuzer jederzeit die Schussposition einnehmen, die für das Wirkungsschießen auf generische Ziele ausreichend war, aber den vorhandenen Gegnern nicht die Möglichkeit gab, entsprechend zu antworten. Es sei denn, sie werden in einer Situation überrascht, in der sie Ihre Stärken nicht hätten einsetzen können. So kam es dann zum bekanntem Desaster. HMS “Invincible” (Sturdee), ”Inflexible” und der ältere Panzerkreuzer “Carnarvon” versenkten nacheinander die “Scharnhorst” (16.17 Uhr) und die “Gneisenau” (gegen 18.00 Uhr), während die “Leipzig” vom Panzerkreuzer “Cornwell”, dem Kleinen Kreuzer “Glasgow” und teilweise “Kent” bekämpft wurde, unterlag auch die “Nürnberg” dem Panzerkreuzer “Kent”, der sich zum Schluss mit der “Nürnberg” duellierte. 

Foto: Vice-Admiral Doveton Sturdee (hier eine spätere Aufnahme als Admiral)

Foto: HMS “Invincible” das engl. Führerschiff in der Seeschlacht vor den Falkland-Inseln

Foto: S.M.S. “Scharnhorst” das deutsche Führerschiff in der Seeschlacht vor den Falkland-Inseln

Foto: Vize-Admiral Maximilian Graf von Spee

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der engl. Kleine Kreuzer “Bristol” und der Hilfskreuzer “Macedonia” im Rahmen der Handlungen der Falklandschlacht die dt. Versorgungsschiffe “Baden”, “Santa Isabel” und “Seydlitz”, die zu entkommen versuchten, stellten und dabei die ersten beiden genannten versenkten, während “Seydlitz” nach Argentinien entkam. 

An dieser Stelle gedenkt der Autor den über 2000 deutschen Matrosen, Offizieren und Seeleuten, die an diesem Tage den Tod fanden.